
Während diese Einsätze liefen war die Lürssen-Werft von dem Innenministerium angewiesen worden, mit dem Bau von drei schnellen Sicherungsbooten für den neu aufgestellten Bundesgrenzschutz See zu beginnen. Doch die Alliierte Hohe Kommission stimmte nach längerem hin- und her dem Bau nicht zu, da sie die neuen Boote für zu schnell und für zu stark bewaffnet hielt. Daraufhin erwarb die britische Marine die drei im Bau befindlichen Boote und ließ sie für den Klose Verband fertig stellen. 1954 wurden zwei der neuen Boote unter den Namen Silver Gull (Silbermöwe) und Storm Gull (Sturmmöwe) unter dem Kommando von H. H. Klose und E-G. Müller und 1955 das dritte Boot als Wild Swan (Wildschwan) unter Dieter Ehrhardt in Dienst gestellt. Weiterhin erfolgten die Einsätze unter britischer Flagge zur taktischen Aufklärung.

S 208 und Silver Gull im
Nord-Ostsee-Kanal
Inzwischen waren jedoch die Verhandlungen über einen deutschen Verteidigungsbeitrag erfolgreich, der Aufbau der Bundeswehr und damit der Bundesmarine begann. Ende März 1956 wurden die drei Boote von der britischen an die neue deutsche Marine übergeben, um den Kern des am 1. April 1956 aufgestellten Schnellboot-Lehrgeschwaders (später 1. Schnellbootgeschwader) zu bilden. Kommandeur des Geschwaders wurde der ebenfalls übernommene und frisch beförderte KKpt. Klose. Damit kann der Verband Klose als die Grundzelle für den späteren Ausbau der Schnellbootwaffe der Bundesmarine angesehen werden.

Wild Swan vor Bornholm
Quelle:
Hess, Sigurd - Die Schnellbootsgruppe Klose und der British
Baltic Fishery Protection Service, in Marineforum 3/2001 S 21 und 4/2001 S
29
Fock, Harald - Schnellboote Bd. 3, Herford 1974 S 142 f
Fotos: Ehrhardt, Hess